Projektinhalt
Wie bereits in der Einführung erwähnt, existieren im Elbsandsteingebirge nicht durchgehend verfestigte Felsbereiche. Das Phänomen unverfestigter Felsen kennen wir z. B. aus dem Wehlturmgebiet der Felsenbühne Rathen sowie vom Prebischkegel/Velký Pravčický kužel und dem Prebisch-tor/Pravčická brána, allerdings ist die räumliche Verteilung dieses Phänomens und der Grad der „Nicht-Durchfestigung“ der Felsen noch gänzlich unbekannt.
Aufgrund fehlender Kenntnisse über die unbefestigten Bereiche, können auch keine Aussagen zu den Felsstabilitäten und somit auch zum Gefährdungspotenzial für den öffentlichen Raum inklusive der Schutzgüter getroffen werden. Dies ist umso brisanter, als dass die genannten Gebiete durch ein hohes Maß an Publikumsverkehr gekennzeichnet sind.
Zwischen 2007 und 2009 wurden im Rahmen eines Pilotprojektes punktuelle Sondierungen am Wehlturm durch das Institut für Geotechnik der TU Bergakademie Freiberg durchgeführt, um die Mächtig-keit der Sandsteinhülle und die entsprechenden Festigkeiten festzustellen. Darauf basierend haben die Karlsuniversität Prag und die TU Bergakademie Freiberg im Rahmen eines kleineren grenzüberschreitenden Projektes am Wehlturm zerstörungsfreie geophysikalische Methoden getestet. Ziel war es, herauszufinden, ob man die Grenze zwischen der Sandsteinhülle und dem nicht-durchgefestigten inneren Bereich über das gesamte Vertikalprofil feststellen kann. Weiterhin stand für uns die Frage, ob das Innere des Felsens wechselnde Bereiche von Sand vs. Sandstein aufweist. Die Ergebnisse waren vielversprechend, so dass wir diese Methoden verbessern und von einer punktuellen Untersu-chung in die Fläche gehen möchten.
Mit dem Vorhaben wird eine breit angelegte Untersuchung zu den erwähnten Phänomenen durchgeführt. Geowissenschaftliche Untersuchungen an den Felsen führen zur Kenntnis des Zustandes (Festigkeit, Stabilität) der Felsbereiche. Hier sollen vor allem zerstörungsfreie/ -arme Methoden zum ersten Mal für verschiedene größere Felsbereiche angewandt werden, um das Landschaftsbild insbesondere in touristischen Gebieten nicht zu beeinträchtigen.
Zusammen mit den 3D-Vermessungen werden Modelle erstellt, die sowohl den internen (geologischen) Aufbau als auch Verwitterungsprozesse, also Umwelt-und Klimabedingungen abbilden.
Sie dienen als Grundlage für eine gegenwärtige sowie zukünftige Gefährdungsabschätzung vor allem der stark frequentierten Gebiete.