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Im Elbsandsteingebirge sind in den letzten Jahren zunehmende und stärkere Waldbrände zu ver-zeichnen. Es ist zu erwarten, dass infolge des Klimawandels Waldbrände auch weiterhin zunehmen werden.

Bäume können bei Felsstürzen das Auftreffen von Felsblöcken auf bspw. Verkehrswege verhindern. Somit spielt der Wald eine große Rolle bei der Reduzierung der Gefährdung durch Felsstürze.

Mit der Zerstörung von Wald durch Brände werden große Felsbereiche freigelegt, so dass zukünftig weitere Straßenabschnitte durch Felsstürze und Murgänge gefährdet sind.
Bisher haben wir kaum Erkenntnisse über den Einfluss von Waldbränden auf die Standsicherheiten von Felsen. Es gibt Felsbereiche, die vollständig aus Sandstein bestehen und Felsbereiche, die nicht durchgehend verfestigt sind. Letztere sind nach unserem bisherigen Kenntnisstand durch eine ca. 0,5 m dicke „Sandsteinhülle“ und losem Sand im Inneren des Felsens gekennzeichnet. Die Verbreitung dieses Phänomens im Elbsandsteingebirge ist unbekannt, wir wissen nur, dass es u. a. im Bereich des Wehlturms, der Bastei, am Großen Prebischkegel (Velký pravčický kužel) und am Prebischtor (Pravčická brána) auftritt. Diese Gebiete zeichnen sich durch ein hohes Tourismusaufkommen aus.

Das grenzüberschreitende Projekt „Firerisk“ greift genau diese Problematik auf. Gemeinsam werden wir unterschiedliche Untersuchungen, Geländeaufnahmen und Vermessungen durchführen und auf dieser Grundlage Konzepte für Sicherungen und der Entwicklung des Waldbestandes erstellen.

Zunächst sollen Untersuchungen zu Stabilitäten von Felsbereichen vorgenommen werden. Dabei kommen vor allem zerstörungsfreie bzw. -arme Methoden zum Einsatz, damit es zu keiner Beeinträchtigung der Felsen und der Umgebung kommt. Mittels Brandversuchen wird festgestellt, bei welchen Temperaturen es zu welchem Zerstörungsgrad eines Sandsteins kommt. Zusammen mit den geometrischen Modellen werden Brandrisiko-Modelle generiert, wodurch eine Bewertung zum Versagen von Felsbereichen im Falle von Waldbränden abgegeben werden kann. Mit den davon abgeleiteten Aussagen zur Gefährdung des öffentlichen Raums wie des Verkehrs oder von Schutzgütern, werden entsprechende Sicherungskonzepte entwickelt.

Weiterhin wird mittels Berechnungen festgestellt, welche Straßenabschnitte durch fehlende Bäume in welchem Grad aktuell und zukünftig gefährdet sind. Dadurch können Aufforstungen optimiert und/oder Sicherungsmaßnahmen effizienter geplant werden. Das bestehende grenzübergreifende Informationssystem wird um diese Fachthemen erweitert.

Für die Region Děčín wird ein Team namens „Felsgruppe“ aufgebaut, das zukünftig die Stabilität von Felsbereichen überwacht, um potenzielle Gefahren zu erkennen und zu reduzieren oder zu beseitigen. Es wird in die Fachgruppe „Naturrisiken“ eingebunden. Alle Untersuchungen sind in einem administrativen Rahmen eingebettet, um die Belange der Gemeinden und Städte einzubeziehen.

Über unsere konkreten Arbeiten können Sie sich umfassender unter dem Menü Projektinhalt informieren.

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